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Rohhorn

Rohhörner - Rustikal im Aussehen und vielseitig zu gebrauchen


19,90 € * 1 Kilo | 19,90 €/Kilo
15,90 € * 1 Kilo | 15,90 €/Kilo

Unsere hier angebotenen Rohhörner können als Dekoration oder zum Weiterverarbeiten genutzt werden. Natürlich bietet sich hier die Herstellung von Trinkhörnern oder Rufhörnern an. Alle unsere Rohhörner sind gereinigt und frei von organischen Resten. Als Naturprodukt unterliegen sie den üblichen Schwankungen bei Größe, Form, Farbe und Maserung.

Etwas zur Geschichte des Horns

In historischen Zeiten wurden die Hörner z.B. von Nachtwächtern (Einläuten der Nachtruhe), Feuerwärter (Gefahrenruf), Turmbläser (Ankündigung oder Gefahr), Hirten (Ruf der Schafe), Bäcker (Brot ist fertig) und Postillionen (Postkutsche ist da) verwendet. Aber auch als Gefäße waren sie sehr beliebt.Der Schleifstein des Bauern wurde in früheren Zeiten in einen kleinem Horn am Gürtel aufbewahrt. Das beinhaltete Wasser war dann allerdings nicht mehr zum trinken geeignet. Als Trinkhorn werden die Hörner heute für Bier, Wein und Met gerne benutzt.

Auch für Musikinstrumente geeignet

Die Hörner werden auch für den Musik Instrumentenbau verwendet. Einfach, aber am bekanntesten sind die Rufhörner des Mittelalters. Aber auch als Gemshorn ist es den ein oder anderen bekannt.

Das Gemshorn wird ähnlich einer Blockflöte gespielt und wird auch aus einem Kuhhorn hergestellt. Die Parade entstammt ebenfalls einem Tierhorn. Sie wurde in Frankreich im Mittelalter hergestellt und breitete sich von da aus. Noch heute verbinden wir mit ihrem Ruf das An- oder Abblasen einer Jagd, die Ankündigung einer Parade oder einer Darbietung.
Auch als Schmuck war das Naturprodukt bei Damen des Mittelalters und der Wikingerzeit sehr beliebt. So werden sie noch immer bei Ausgrabungen als Kämme oder Spangen gefunden.

Bogenbau im Mittelalter

Im Bogenbau ist das Rohhorn schon lange gebräuchlich. Als Hornnock für Langbögen wurde das Horn auf die Spitzen des Bogens aufgesetzt und mittels Hanf und Pech verklebt. Für den mittelalterlichen Pfeil wurde der Nock in den Schaft eingesetzt, damit wurde die Schlagkraft des Bogens aufgefangen. Dem Jagdpfeil wurde dadurch ein längeres Leben gegönnt.

Als Bogenzusatz kommen auch Hornbestandteile zum Einsatz. Ein Kompositbogen ist ein Bogen zur Jagd, im Krieg oder als Sportgerät, bei dem mindestens 2 verschiedene Materialien zum Einsatz kommen. Das Verfahren zur Herstellung eines Kompositbogens ist aufwändig und kann bis zu zwei Jahre dauern. Die verschiedenen Schichten von Holz und Tierhorn werden verleimt und mit Sehnen umwickelt. Das Hornmaterial hat viele Vorteile: so hält es eine doppelte Druckbelastung im Vergleich zum Holz aus und hat zusammen mit den Sehnen, die höhere Fähigkeit, Energie zu speichern und diese wieder an den Pfeil abzugeben.

Horn lässt sich ähnlich wie Holz leicht bearbeiten, da das Grundmaterial weich ist. Der Unterschied zu Holz ist aber, dass seine Oberfläche angenehm glatt ist und nicht auffasert. Aus Horn machte man nicht nur Rufhörner oder Trinkhörner, sondern auch Löffel und Schüsseln.

Für die Versiegelung gibt es zwei unterschiedliche Arten:

Möchten Sie nur kalte Getränke im Trinkhorn verwenden, dann reicht eine Beschichtung mit Bienenwachs. Bei der Benutzung für warme Getränke empfiehlt sich der Lebensmittellack. Er sorgt dafür, dass der Geruch des Vorbesitzers (Kuh!) verschwindet und bietet eine lebensmittelechte und hygienisch unbedenkliche Schutzschicht im Inneren des Rohhorns. Der Lack ist nicht leicht zu bekommen, fragen Sie mal bei Ihrem Tischler nach lebensmittelechten Öl. Die Wasser abweisende Oberfläche und wird mit einem Pinsel oder Tuch aufgetragen. Dienst auch zur Versiegelung von Müslischalen, Frühstücksbrettchen oder Schalen. Nach 2-3 Minuten trocken reiben und dann 24h austrocknen lassen.

So war es früher!

Zur eigenen Herstellung von Trink- oder Rufhörnern musste das Rohhorn ausgiebig ausgekocht werden und mit einer Zange wurde der Knochenzapfen entfernt. Das war natürlich mit Geruchsbelästigungen verbunden und nicht jedermanns Sache. Man könnte das Horn auch in einen Ameisenhügel legen und mit viel Geduld zusehen, wie die fleißigen Tierchen jedes noch so kleine organische Teil aus dem Horn herausholen. Auch das Austrocknen erfordert viel Geduld. Egal, für welche Methode man sich entscheidet, nach dem Aushöhlen musste das Rohhorn mechanisch bearbeitet werden. Hierbei arbeitet man immer in Wuchsrichtung. Schleifen und Polieren sind die zwei wesentlichen Schritte der Nachbearbeitung.

Bei unseren Rohhörner entfällt dieser lästige und unangenehme Schritt. Die Hörner werden ausgekocht und gesäubert von organischen Überresten ausgeliefert. Es wär sogar möglich "Nur für den eigenen Gebrauch" diese Rohhörner ohne Zwischenschritt direkt als Trinkhorn zu benutzen.


Generell möchten wir noch darauf hinweisen, dass alle eingesetzten Werkzeuge bei der Hornbearbeitung auch gekonnt angewendet werden sollten. Besonders beim Schleifen können viele Fehler passieren. Beim Einsatz zum Beispiel von scharfen Ziehmessern um das Horn zu glätten, ist der falsche Schnitt schnell gemacht und das Rohhorn verdorben. Wenn Sie unsicher sind, schleifen Sie lieber von Hand. Das dauert zwar länger, aber Sie können nicht viel falsch machen.